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Hallenkirche St. Peter und Paul in Ratingen
St. Peter und Paul ist eine der ältesten gotischen Hallenkirchen im Rheinland. Im 8. Jahrhundert muss hier wohl schon eine Kirche aus Holz gestanden haben. Fundamente, die man 1973 bei Grabungen entdeckte, lassen darauf schließen, dass es hier die erste karolingische Steinkirche im 9. Jahrhundert gab. Im 11. /12. Jahrhundert entstand eine in ihren Ausmaßen wesentlich größere, für die damaligen Verhältnisse imposante, romanische Basilikakirche mit drei Türmen, wovon bis heute noch die beiden Osttürme existieren. Vom dritten Turm fand man nur noch Fundamentreste unter dem heutigen Westturm, der im Jahr 1220 errichtet wurde. Wahrscheinlich wurde zur Zeit der Stadterhebung [1276] die Kirche nach Osten erweitert, anschließend der alte romanische Teil abgebrochen und vier Jahre später die heutige gotische Hallenkirche aufgebaut.
Kurz vor 1300 wurde die Katharinenglocke eingesetzt. Sie wiegt 890kg und ist eine der drei Glocken, die heute unter Denkmalschutz stehen. Erst im 16. Jahrhundert setzte man zwei weitere Glocken mit einem
Gewicht von 2960kg bzw. 3920kg ein. In einer Sage heißt es, die Kölner seien auf das Ratinger Geläut der Katharinenglocke so begierig gewesen, dass sie am liebsten den Weg von Köln nach Ratingen mit
Talerstücken auslegen wollten, um ihre größte Domglocke noch dazuzustellen. Nachdem im Juli 1774 mehrfach ein Blitz in den Glockenstuhl des großen Turms eingeschlagen ist und die alte Haube herunterfiel, wurde von 1779-1780 durch den Zimmermeister Louwen eine hohe barocke Haube aufgesetzt. Im Zweiten Weltkrieg trägt die Kirche große Schäden durch Fliegerangriffe davon. Im März 1945 wurde der südliche Ostturm schwer beschädigt, der Dachstuhl, alle Gewölbe im Westteil und die Kirchenfenster
völlig zerstört. Übergangsweise baute man eine Trennwand aus Ziegelsteinen zwischen den Osttürmen, so dass im Ostteil der Kirche ungestört Gottesdienst gefeiert werden konnte. Im Frühjahr 1946 hatte man
einen neuen Dachstuhl errichtet, im Frühjahr 1947 das Dach mit Zinkplatten eingedeckt. Von August 1947 bis Februar 1948 wurden die zerstörten Gewölbe neu aufgemauert, damit die ganze Kirche wieder für den
Gottesdienst zur Verfügung stand. 1952 wurde der Turm neu eingedeckt, und 1953 erhielt die Kirche wieder ihr ursprüngliches Schieferdach.
Luwen Schuir an der Brunostraße |
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