Ratinger Geschichte
Ratingen heute und Verkehrsanbindungen
Historie
Schon vor dem Jahre 849 wird die Siedlung "Hretinga" oder "Hratuga" erwähnt, die sich in der Nähe eines wichtigen Straßenkreuzes befand. Aufgrund dieser günstigen Lage entwickelte
sich Ratingen im Laufe der Jahre zu einem Pfarr- und Marktdorf mit regem gewerblichen Leben.
Am 11. Dezember 1276 erhob Graf Adolf von Berg die Siedlung zur dritten Stadt ¹ seiner Grafschaft. Strategische Überlegungen gegen seinen ewigen Rivalen, den Erzbischof von Köln,
hatten von Berg zu diesem Schritt gezwungen, da der Erzbischof drei Jahre vorher das nahe gelegene Kaiserswerth in seinen Besitz gebracht hatte.
[¹ Die Stadterhebungsurkunde befindet sich heute im Stadtarchiv und damit ist Ratingen eine der wenigen alten Städte, die diese Urkunde noch besitzen.]
Mit den Stadtrechten ergaben sich auch Pflichten, von denen die wichtigste die Befestigung der Stadt war. Bis 1400 baute man Palisaden um die Stadt. Später war man durch Fortschritt der Waffen gezwungen, eine Mauer zu errichten.
Außerdem wurde Ratingen mit einer eigenen Gerichtsbarkeit für das ganze Herzogtum Berg ausgestattet, der Sitz des Scharfrichters befand sich ebenfalls in der Stadt. Der Scharfrichter musste nicht nur
Hinrichtungen, sondern auch Folterungen durchführen.
Ratingen entwickelte sich im Mittelalter zu einem blühenden Handwerksstädtchen mit 1.100 Einwohnern. Schmiede und Scherenschleifer hatten sich niedergelassen. Sie stellten Feuerbüchsen, Hämmer,
Messer, Pfeile, Scheren, Schwerter und Zirkel her.
Als Düsseldorf 1511 Residenz und 1552 Landesfestung wurde, ging der Handel im 16./17. Jahrhundert immer weiter zurück.
Im Dreißigjährigen Krieg [1618-1648] wurde die Stadt 1641 völlig zerstört, die Einwohnerzahl sank auf 140 und machte die Stadt zu einem armen und bedeutungslosen Fleck.
Dieses änderte sich erst wieder 1783, als der Elberfelder Kaufmann Johann Gottfried Brügelmann die Baumwollspinnerei Cromford errichtete. Durch die Schaffung neuer Arbeitsplätze stieg die Einwohnerzahl leicht an.
Erst Mitte des 19. Jahrhunderts zogen immer mehr Menschen durch das Wachstum der Metallverarbeitenden Industrie nach Ratingen.
In der kommunalen Neuordnung 1929 behauptete Ratingen seine Selbstständigkeit. Die Gebiete der heutigen Stadtteile Tiefenbroich und Eckamp aus der damaligen Bürgermeisterei Eckamp wurden seinerzeit neu eingegliedert.
Im Zweiten Weltkrieg wurde Ratingen zu einem Drittel zerstört. Am 22. März 1945 erfolgte ein Fliegergroßangriff auf die Stadt, der 97 Tote und hunderte Verletzte forderte. Rund 3.000 Menschen wurden
zudem noch obdachlos. Außer Wohnhäusern wurden auch das Rathaus, die Kirche "St. Peter und Paul", die Wasserburg "Haus zum Haus", mehrere Fabriken und acht Schulen getroffen.
Ab dem 10. April 1945 war Ratingen von der Außenwelt vollkommen abgeschnitten, da amerikanische Truppen vor der Stadt standen. Die Aussicht war hoffnungslos, die Stadt wurde am 17. April den
Amerikanern übergeben. Einen Tag später rückten amerikanische Panzer in die Stadt und Ratingen wurde der britischen Besatzungszone zugeordnet.
Die Verluste der Stadt durch den Krieg waren groß. Zerstörter Wohnraum, 192 Tote, 450 Verletzte und etwa 800 Männer, die erst gar nicht aus dem Krieg zurück kamen.
Nach den Wirren des Krieges hat sich Ratingen schnell wieder erholt und entwickelte sich in den 50er und 60er Jahren zur Wohnstadt. Ende der 60er entstand der Stadtteil Ratingen-West mit heute 20.000 Einwohnern.
Aufgrund der günstigen Verkehrsanbindungen [A3, A44, A52, Flughafennähe] siedelten sich auch immer mehr zukunftsträchtige Unternehmen u.a. Esprit, HP, Vodafone, Tiptel in den Stadtteilen Ratingen-West und Ratingen-Tiefenbroich an.
Im Zuge der kommunalen Neugliederung am 1. Januar 1975 kamen die bis dahin selbstständigen Gemeinden Breitscheid [5.100*Einw.], Eggerscheidt [960*Einw.], Hösel [8.300*Einw.], Lintorf [14.500*Einw.],
ehemals Amt Angerland, sowie Homberg [4.500*Einw.] und Hasselbeck-Schwarzbach [470*Einw.], ehemals Amt Hubbelrath, zur Stadt Ratingen hinzu. Die Einwohnerzahl stieg von 52.100* auf fast 86.000*.
*Schätzungen
Ratingen heute
Ratingen ist eine Stadt des Kreises Mettmann mit 92.780
[Stand 31.12.2008] Einwohnern und einer Gesamtfläche von 158,72km². Ratingen ist die größte und bevölkerungsstärkste Stadt im Kreis.
Ausgedehnte Waldgebiete, mehrere Parks und ein historischer Stadtkern prägen das Stadtbild der über 730 Jahre alten Stadt.
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Verkehrsanbindungen
Im öffentlichen Personennahverkehr fahren die S-Bahn S6 [Köln-Düsseldorf-Ratingen-Essen], die 1897 erbaute Straßenbahnlinie 712 nach Düsseldorf und einige Buslinien.
Darüber hinaus liegt Ratingen im Dreieck der Autobahnen A3 [Oberhausen-Passau], A44 [Ratingen-Mönchengladbach] und A52 [Essen-Düsseldorf].
Ebenfalls befindet sich der Düsseldorfer Flughafen in unserer Nähe und sorgt somit für internationale Verkehrsanbindungen.